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03. März 2009 : Zeitungsbericht aus der Rheinpfalz vom 22. April 2009
Mit 55 Jahren noch gelernt, Posaune zu spielen
Schnupperstunde bei den „Waldsemer Gasserassler"
Freunde der Guggenmusik - Besucher probieren Instrumente aus
Von Susanne Kaiser
Zu einem Probespielen ihrer Instrumente hatten die „Waldsemer Gasserassler" in ihren Übrungsraum eingeladen. Die Untergruppe des Karnevalsvereins „Uno" gibt es seit rund drei Jahren.
Ein jämmerliches Quietschen quält sich durch den Korridor des Kellergeschosses im Seitentrakt der Grundschule Waldsee die Treppe nach oben. Das erste Mal mit einer Trompete am Mund ist nicht immer leicht. Trommelschläge und Rasseln folgen, Guggemusik in der Erprobungsphase und mit vollem Programm. Erstmals haben die „Waldsemer Gasserassler" zu Schnupperstunden eingeladen. Das Interesse reicht quer durch alle Generationen.
Bei den „Gasserasslern" ist alles vorhanden, was zu einer guten Guggemusik gehört. Neben Trompete, großer und kleiner Trommel sowie den Rasseln haben die Waldseer Musiker Posaunen, Saxofone, Tenorhörner, kombinierte Schlagzeuge und sogar Sousaphone im Angebot. Alles kann getestet werden an diesem Samstagvormittag.
„Unser Repertoire umfasst mittlerweile 20 Stücke", sagt Klaus Krieg, gemeinsam mit Volker Knörr Organisator der Schnupperstunden. „Am Anfang", denkt er zurück, „haben wir sechs oder sieben Stücke gehabt. Jetzt kommt pro Saison jeweils dieselbe Anzahl dazu." Dafür, dass die „Gasserassler" erst seit rund drei Jahren als Untergruppe des Karnevalsvereins „Uno" in Waldsee existieren, wurde bereits Etliches auf die Beine gestellt, sehr zum Gefallen des musikalischen Leiters Christian Skubala.
„Mathias Erbach und ich waren die einzigen, die ein Instrument spielen konnten", erzählt Krieg. Die Folge: „Wir hatten wahnsinnig viele Jungmusiker." Die mussten erst einmal ein Instrument von der Pike auf lernen.
„Empfehlen kann ich das Mitmachen bei der Guggemusik auf jeden Fall", betont die 15-jährige Julia Kißler und hat eine simple Erklärung dafür: „Das ist nicht so steif." Ihre komplette Familie - Eltern und Bruder - sei bei der Uno-Gruppierung aktiv. „Das ist gut, da ist man flexibler", sagt Julia. Vor allem die Gruppenzusammengehörigkeit ist es, die der Jugendlichen Freude bereitet. Auch Jan Knittel bringt auf den Punkt, weswegen er bei den „Gasserasslern" so gerne die kleine Trommel spielt: „Weil"s "ne geile Truppe ist."
Komplett eigenfinanziert sei die Gruppe, erklärt Krieg, während im Hintergrund das kombinierte Schlagzeug Aufmerksamkeit bei der älteren Generation erweckt. „Wir haben einen Teilnehmer, der mit 55 noch angefangen hat, Posaune zu lernen", verrät Krieg. Bis die jungen Musiker spielaktiv seien, dauere es ein bis zwei Jahre. Dann können auch sie beim „Lion King", bei „Griechischer Wein" oder „Eine neue Liebe" klangkräftig einstimmen.
Und wie sieht es mit dem Üben von Formationen aus? „Deshalb haben wir den Proberaum in der Grundschule gewählt, weil wir den Pausenhof nutzen können", so Krieg. „Wir haben aber auch schon zwischen Holzlagen und Dachzubehör geübt", merkt er lächelnd beim Gedanken an das Training in einem kleinen Unternehmen in Waldsee an.
In naher Zukunft soll nun das „Umzug laufen" geübt werden, damit sich die „Waldsemer Gasserassler" auch zu Fuß der Öffentlichkeit präsentieren können.
Info : Wer Interesse am Mitmachen hat, kann mittwochs bei den Proben vorbei schauen. Erwachsene sind von 20 bis 22 Uhr an der Reihe, Kinder nur bis 21 Uhr.
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